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Ganz viel Herzwärme: so war das erste Barcamp Bonn #bcbn15

Als ich im Herbst letzten Jahres einen Hinweis auf Twitter bekam, dass ein Barcamp Bonn in Planung sei, blockte ich mir selbstverständlich sofort den Termin. Und am Samstag den 28.Februar war es dann soweit! Wegen meiner gleichzeitig stattfindenden FH-Abgaben entschieden Timo und ich, erst gegen 9.30 anzureisen.

Das erste Highlight war die Ankunft im Forum Internationale Wissenschaft Bonn im Regierungsviertel: eine tolle Location mit viel Platz, einem richtigen Foyer mit Empfang und großen Glasfenstern, die die strahlende Sonne vom blauen Himmel in den Sessionplanungssaal hereinließ. Und da war schon der Teufel los! Ca. 45 Sessions wurden vorgestellt, so viele wie noch bei keinem Barcamp, das ich miterlebt habe.  Neben Sessions zu Social Media und Content-Management, Verschlüsselung oder Netzpaten 50+ gab es auch die Themen Smart City, Home-Office oder Impro-Session. Ihr merkt, eine ganz wunderbare Mischung, bei der für jeden etwas dabei war.

Das #bcbn15 beginnt mit WLan und ganz viel ❤ #barcamp #kaffee

Ein von Christiane (@lemontonic_21) gepostetes Foto am

Nach den Begrüßungen der üblichen Verdächtigen bei einer leckeren Tasse Milchkaffee vom Café Roller, das den ganzen Tag für uns draußen Kaffeespezialitäten zubereitete, ging es auch schon in die Sessions.

Meine erste Session war „Hashtagology – fails und successes“ von Alexander (@lxplm) und Corina (@buchstabensucht). Darin stellten die beiden erfolgreiche und gescheiterte Hashtag-Kampagnen von Unternehmen vor. Oftmals scheiterte es dabei an der Trennweise der Hashtags (aus #susanalbumparty wurde etwas anderes ;)) oder an dem falschen Zeitpunkt der Kampagne, viele #fails kamen aber auch durch Hashjacking zustande, also das „Kapern“ eines eigentlich positiv behafteten Hashtags mit negativen, persönlichen Fallbeispielen (so passiert bei der BVG-Kampagne #weilwirdichlieben). Aber es gab auch Beispiele für gelungene Kampagnen. In der vom Weißen Haus gestarteten Hashtag-Kampagne #40dollars sollten Menschen mitteilen, was sie mit 40 Dollar mehr in ihrem Leben erreichen könnten – die Kampagne wurde so erfolgreich, dass der Haushalt den Gesetzesentwurf für höhere Löhne letztendlich umsetzte. Ein tolle, lustige, spannende und auch eine Schmunzel-Session, wo die Teilnehmer teilweise auf dem Boden lagen vor Lachen 😉

Mit einem Mettbrötchen in der Hand ging es dann zur Yoga-Session. Ja ihr lest richtig, Yoga. Ich hatte mir vorgenommen, diesmal wegen meines Prüfungsstresses nur „entspannende“ Sessions zu besuchen, daher kam Yoga genau richtig. Den Namen der Dame weiß ich leider nicht, aber sie ist Yoga-Lehrerin und brachte uns in gut 45 Minuten – und trotz normaler Klamotten und Schuhe! – einige wichtige Übungen bei, die man auch tagsüber mal im Büro machen kann. Die Gleichgewichtsübungen fielen mir schwer, aber insgesamt war es doch einfacher als ich dachte. Durch die Abfolge von Anspannung und Entspannung lockerten sich meine Muskeln so sehr, dass ich wie beseelt aus der Session ging. Alle waren begeistert, wie einfach man eigentlich etwas Gutes für den Körper tun kann. Ich werde mich jedenfalls jetzt mal schlau machen, wo man hier in Trier Yoga-Kurse machen kann!

Nach ein bisschen Verquatschen sah ich noch den Rest von @getoliverleon’s „Best of 200+ Social Media Tools“ – und wurde direkt belohnt, dass ich die bisher auf anderen Barcamps verschmähte Session doch noch besucht hatte. Mit Tools wie Social Media Image Maker, Canva oder Vocaroo – also Tools, die den Laptop/Photoshop ersetzen, wenn man mal grade keinen da hat – oder Tree Style Tab hätte auch ich so manche stressfreiere Minute gehabt. Eine tolle Session, die ich jedem ans Herz legen kann, auch wenn man das meiste schon kennt.

Nach dieser Session legte ich eine einstündige Mittagspause mit Essen ein, um danach gestärkt zu sein für meine Aushilfe an der Rezeption. Gegen eins wurde das Mittagessen vom DaCapo(!) serviert. Es gab lecker Frikadellchen, Lachswraps oder Curry-Geflügelsalat sowie Gnocci, Knödel, ein superleckeres Rindfleisch-Ragout, Rotkohl und andere leckere Dinge. Getränke gab es den ganzen Tag über an der Foyertheke. Hier gab es auch ein Wiedersehen mit dem von anderen Barcamps bekannten Becherparkplatz, den ich wegen seiner Erfolgsquote übrigens auch schon bei mir zu Hause eingeführt habe 😉

Während der Rezeptionsaushilfe hatte ich mal wieder – wie schon bei anderen Barcamps – die besten Gespräche. Hier hat man mal Zeit, sich ausführlicher mit Leuten auszutauschen, die man nicht so oft sieht, und dann stellte sich noch heraus, dass ein Besucher, der mich ansprach, ein ehemaliger Mitschüler meines Bruders war, den ich auch noch kannte, und nachdem man sich zusammen gefunden hatte kam man schnell über die Schulzeit und die jetzigen beruflichen Themen ins Gespräch 🙂 Außerdem kamen die Organisatoren ab und an vorbei und schauten nach dem rechten, blieben auf einen Plausch, und diverse Leute waren froh, dass sie mal kurz Sachen an der Rezeption platzieren konnten.

Leider verpasste ich durch die „Rezeptions-Session“ „OpenSource für Macher“ und die Homeoffice-Session von Joas, der jedoch gleich auf Nachfrage den Link zu seinem Modell des Arbeitsplatzes der Zukunft nachlieferte. Dafür vielen Dank 🙂

Danach trieb ich mich noch kurz in zwei Sessions rum, folgte aber dem Ruf des gesponsorten Bieres (Alemania Ale) am Empfang, das mir jedoch leider nicht wirklich schmeckte. Dennoch ließen wir dort gemütlich den Tag mit Getränken ausklingen, unterhielten uns über besuchte Sessions und führten eine kurze tiefgründige Diskussion über den Unterschied von Konferenzen und Barcamps – wobei das Barcamp eindeutig gewann 😉

Verantwortlich für die tolle Atmosphäre des ganzes Camps war natürlich auch der reibungslose Ablauf des Barcamps. Es gab gefühlt keinen Moment, in dem Fragen aufkamen, immer war einer der Organisatoren Karin, Sascha oder Johannes in der Nähe. Eingeteilte „Raumengel“ halfen beim Anschließen der Technik. Die Zeitplanung war für ein Barcamp ebenfalls ideal (und den Neulingen kann ich versichern, das lange Vorstellen der Sessions ist nervig, aber normal und sinnvoll, damit man weiß worum es geht), und das spürte man auch. Schon nach kurzer Zeit war der Twitter-Hashtag #bcbn15 Trending Topic in Deutschland.

Überall gab es liebevolle Details. Schön fand ich den Selfy-Printer im Foyer, den tänzermedien gesponsort hatte, auf dem jeder Teilnehmer sein eigenes Selfie sofort ausdrucken und auf einer Wäscheleine aufhängen konnte. So fanden sich schnell viele schöne Erinnerungsfotos zusammen und immer wieder standen Leute im Gang, um sie zu bewundern.

Was mir an diesem Barcamp besonders gefallen hat, war die Herzlichkeit und Offenheit, mit der sich alle Teilnehmer begegnet sind. Für mich spiegelt die Atmosphäre dieses Barcamps genau die rheinische Offenheit und Fröhlichkeit wieder, für die Bonn steht. Es gab keinerlei „Grüppchenbildung“, was ich auch schon bei Barcamps erlebt habe, und in den Sessions kamen alle schon nach wenigen Minuten miteinander ins Gespräch, offen für ein Kennenlernen.

Kristine schreibt in ihrem Post zum #bcbn15 „Und irgendwie feierte Bonn sich wohl auch selbst, dass es nicht piefig ist(…)“. Für Außenstehende und Nicht-Bonner ist das etwas erklärungsbedürftig: die Stadt Bonn hat in den letzten Jahren sehr unter der Amtszeit des amtierenden Bürgermeisters gelitten, der dafür gesorgt hat, dass es große Einschnitte in Kunst und Kultur (-> Rheinkultur, Theater, Oper) gab und die Wahrzeichen, für die Bonn eigentlich steht (z.B. Beethoven) weit in den Hintergrund rückten – auch vor dem Skandal des WCCB oder der Diskussion um das Festspielhaus. In der Außenwahrnehmung hat Bonn dadurch ein Image erhalten, das ihm nicht gerecht wird.

Mit Veranstaltungen wie dem Barcamp Bonn zeigen die Bonner auch, dass sie ihre Stadt lieben und nicht kampflos aufgeben. Denn das Barcamp, das sind wir, das sind die Menschen, die sich treffen um sich auszutauschen, um miteinander zu arbeiten, um voneinander zu lernen. Irgendwo in einem Blogpost eines Barcamp-Neulings über das #bcbn15 las ich, dass er so begeistert war, dass sich hier eigentlich Konkurrenten treffen, die aber offen miteinander umgehen, sich gegenseitig Tipps geben und gemeinsam an Ideen und der Zukunft der Stadt feilen. Besser könnte ich es auch nicht beschreiben 😉

Zur Abschlusssession überwog die Zufriedenheit gegenüber der Wehmut, dass es schon vorbei ist. Die Standing Ovations für das Orgateam waren dann auch keine Überraschung. Mein Freund gewann als Barcamp-Neuling bei der Bücherverlosung vom O’Reilly-Verlag direkt noch ein Buch zum Thema Webdesign und damit war quasi gebongt, dass er nächstes Mal dabei ist 😉

Ein großes DANKE geht an das Orgateam Karin, Sascha und Johannes! Ihr habt das wirklich toll gemeistert und ich habe mich den ganzen Tag so „zu Hause“ gefühlt! Ihr seid genau die richtigen für diesen Job!

Ein weiteres Dankeschön geht an die Sponsoren, die dieses Barcamp erst möglich gemacht haben:

Für mich steht fest: nächstes Jahr Barcamp Bonn – auf jeden Fall!!!

 

Hier noch ein paar Eindrücke:

 

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